Geschrieben von: Peter Hellinger Sonntag, den 22. April 2007 um 23:35 Uhr
Werkstatt „Lust zu Schreiben hätt ich schon …“ 21./22.04.07 Schreibwochenende war, und ich laufe schon wieder über vor Geschichten! Wir hatten ein Bild von einer Frau bekommen, die eine dicke Schicht Dreck vom Boden saugt. Der Staubsaugerschlauch endet in einer Gasmaske, welche die Frau trägt (Bild von Gottfried Helnwein?). Die Aufgabe: Versetze dich in diese Frau und schreibe einen „inneren Monolog“ oder eine „erlebte Rede“. Monolog ist es ja geworden, aber innen?
Moderne Zeiten
Nie mehr Haustürgeschäfte - ich schwöre es! Jedesmal falle ich darauf herein. Was glauben Sie, was ich hier Zeitschriften habe? Jede Woche einen halben Lastwagen voll. „Der Röntgentechniker“, „Stahlbau mit Herz“, „Chihuahua-Züchten leicht gemacht“ – übrigens hochinteressant: „Der Chihuahua in der abstrakten Kunst“, sehr lesenswert. Und natürlich die endlosen Promi-Gazetten, in denen man von Leuten liest, deren Namen man nie zuvor gehört hat, und am liebsten nie wieder hören will …
Oder Tiefkühlnahrung. In meinen Kühltruhen im Keller habe ich Vorräte für eine ganze Kompanie. Alleine die Verwaltung der Mindesthaltbarkeitsdaten kostet mich Stunden. Tatsächlich denke ich seit einiger Zeit daran mir eine Spezialsoftware dafür zuzulegen. Als mormonischer Zeuge Jehova mit buddistischen Wurzeln lebe ich natürlich streng vegetarisch, also werfe ich das meiste Zeug irgendwann weg, auch wenn meine Christian Science Seele dabei blutet.
Seit neuestem gibt es ja diese Home-Shopping-Kanäle im Fernsehen. Was die alles nützliches verkaufen! Ich wusste gar nicht wie leer mein Leben war, ohne diesen Fugenglätter für mein Badezimmer. Nicht, das ich mein Badezimmer neu verfugen hätte wollen, aber er gibt mir doch ein sicheres Gefühl am Morgen. Genau wie diese Abflussreiniger-Spirale und die Spezialsäge zum Steckdosen aussägen aus Holzvertäfelungen. Also wer das nicht hat, der tut mir wirklich leid.
Und all die nützlichen kleinen Haushaltshelfer, die man so erstehen kann. Angefangen von den vielen Putzlappen aus dieser unzerstörbaren Microfaser „das letzte Putztuch, dass sie in ihrem Leben kaufen werden“ – warum dann bei der Lieferung eine Karte für Nachbestellungen dabei war, habe ich allerdings nicht verstanden.
Wussten Sie, das Bügeln ohne die richtige Bügelbrettauflage zu schwersten Schäden an Kleidung und Bügeleisen führen kann? Und überhaupt, wer hat denn noch ein „Bügeleisen“? Die Hausfrau von heute hat eine multifunktionelle Dampf-Pflegestation mit eigener Wasserenthärtung im Osmoseverfahren, denn Hand aufs Herz: Wer möchte denn seine wertvollen T-Shirts mit Dampf aus blankem Leitungswasser bügeln?
In meiner Abstellkammer finden sich 7 verschiedene elektrische Besen in allen Formen: dreieckig für die engen Stufen der Wendeltreppe (ich hab zwar keine, aber falls doch irgendwann – sie verstehen?), quadratisch, damit man auch in jede Ecke kommt, rund, oval, alles was es nur gibt. Und nicht zu vergessen, diese praktischen Handstaubsauger, mit und ohne Kabel. Und was die alles aufsaugen!
Nur mit diesem ganz neuen Ding hier, ich glaube, da hab ich mich vertan. Aber der Vertreter war so nett und höflich! Ich konnte ihm einfach nicht widerstehen, und seine Argumente waren so überzeugend! Ich meine, in der heutigen Zeit ist es doch wirklich absurd, wie viele Geräte elektrisch betrieben werden. Da muss man Zeichen setzen und den Trend umkehren, sagte der nette junge Mann, und Recht hat er! Auch die Sache mit den Staubbeuteln hat sich erledigt, da hat das Produkt Wort gehalten. Nicht das mich die Gasmaske stören würde - sie kennen die Socken meines Mannes nicht – aber irgendwie glaube ich nicht, dass das Gerät gut für meine Lunge ist …
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You may feel disappointed somehow, as most of my pages are written in German. And it’s true, they should be understandable to much more people than they are now. Well, the truth is, I would provide two versions if I had the time to maintain both of them…