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Werkstatt Freies Schreiben, Aufgabe vom 13.03.2007. Wieder einmal eine Kettengeschichte. Anfang und Ende stammen von mir, dazwischen haben sich mehrere Autoren verewigt. Bedingungen für die Geschichte: Gisberth Schlunski, 43 Jahre alt; Cordula Hanselmann, 76 Jahre alt; New York soll eine Rolle spielen, und es müssen Rote Strümpfe darin vorkommen.

Ich hab wieder markiert, wer was geschrieben hat: Peter > Michael > Ingrid > Ulrike > Manuela > Slavica > Gerhard > Ina > Peter

Codewort: Rote Strümpfe

„Detective Schlunski?“ fragte der Streifenpolizist. Ich starrte ihn an, und beobachtete, wie der New Yorker Regen von seiner Schirmmütze in den Kragen seiner Uniform tropfte. „Das bin ich“ nickte ich.

Was ‚Big Apple‘ bedeutete, war mir nicht klar, aber da der Polizist meinen Namen wusste, war ich sicher, in richtigen Händen zu sein und fragte nicht weiter nach, sondern folgte ihm über die Rollbahn ins Flughafengebäude. „Ist Mrs. Hanselmann schon angekommen?“ fragte ich, und der Polizist nickte. „She’s waiting for you – im Hotel. Die roten Strümpfe hat sie aber nicht dabei!“
„Nicht?! Ja, was soll ich dann hier?“

Die ‚roten Strümpfe‘ waren ein Codewort. Es handelte sich um geheime Dokumente, die eine wichtige chemische Formel enthielten. Mehrere Arzneimittelfirmen interessierten sich dafür und hatten ihre Späher ausgesandt.

Ohne weiteres Gespräch, nur meine Aktentasche unter dem Arm folgte ich der uniformierten Gestalt bis zum Taxistand. Er hielt mir die Wagentür auf und nannte dem Fahrer einen Namen. Ich vermutete, dass es sich um das Hotel handelte, in dem Cordula Hanselmann abgestiegen war. Allein im Taxi bekam ich es dann doch ein wenig mit der Angst: Cordula Hanselmann galt als resolut, äußerst resolut.

Trotz ihrer 76 Jahre werde ich kein leichtes Spiel haben, dachte ich. Aber mit meinen 43 Jahren war ich nun auch kein Neuling mehr im Geschäft.

Das Taxi hielt vor einem kleinen, schäbigen Hotel in irgendeiner Seitenstraße. Ich bezahlte den Fahrer und bat ihn, vor dem Hotel zu warten. Keine Ahnung, wie lange ich brauchen würde, es konnte ganz kurz sein oder ewig dauern. Die altmodische Eingangstür ließ mich nur störrisch in die Hotelhalle hinein. Mief, trübes Licht, ein abgewetzter Tresen, eine verschlissene Ledergarnitur.

Und dort saß sie: Kerzengerade, das eisgraue Haar kurzgeschnitten, wachsamer Blick, ich fühlte mich sofort eingeschüchtert.

Als sie mich sah, stand sie auf, ihre Augen fixierten mich. Die gleiche Farbe wie das Haar, stellte ich überrascht fest. Ihr schmaler Mund öffnete sich zu einem Lächeln. „Gisberth Schlunski, wie ich vermute …“

Ich nickte, und nahm die dargebotene Hand, die sich kühl und zerbrechlich in meiner Pranke anfühlte. „Jeder scheint mich hier zu kennen.“ grinste ich und nahm ihr gegenüber Platz.

„Schluss mit dem Smalltalk!“ Ihr Lächeln war ebenso schnell wieder verschwunden, wie es aufgetaucht war. „Haben Sie das Geld dabei?“

„Wie vereinbart, 500.000 Dollar in bar, und die beglaubigte Einzahlungsbestätigung der ‚Cayman Island Bank‘ über weitere 2 Millionen Dollar.“ Ich griff demonstrativ nach meiner Aktentasche, ohne sie jedoch zu öffnen. „Wann kann ich die Dokumente sehen?“

„Sofort.“ Sie griff hinter sich, und als ihre Hand wieder zum Vorschein kam, hielt sie eine kleine, gefährlich aussehende Waffe. „Wissen Sie, Mr. Schlunski, wir können das ganz einfach regeln. Sie geben mir ihre Aktentasche, und ich gebe Ihnen den Schlüssel für ein Schließfach an der Grand Central Station. Dann stehe ich auf, und werde dieses Hotel, die Stadt und das Land verlassen.“

Ich schluckte, leckte mir über die Lippen, die plötzlich ganz trocken waren. „Immer cool bleiben, Lady!“ sagte ich in dem Versuch Zeit zu gewinnen.

„Ersparen Sie mir ihre ‚Harter-Detektiv-Show‘, das zieht bei mir nicht.“ Sie stand auf, warf mit der Linken den Schließfachschlüssel auf den Tisch vor uns, während sie mit der anderen Hand die Waffe sicher und ruhig auf mich gerichtet hielt. „Es ist Zeit zu gehen. Die Tasche, Mr. Schlunski!“

Ich stellte die Tasche auf den Boden und schob sie vorsichtig mit dem Fuß in Cordula Hanselmanns Richtung. Sie nahm die Tasche und verschwand rückwärtsgehend Richtung Hinterausgang, immer ihre Pistole auf mich gerichtet. Ich konnte nichts dagegen tun.

Das Taxi wartete draußen im Regen, und brachte mich schnell zur Grand Central Station. Mit flauem Gefühl schritt ich durch die große Halle, um mich vor dem Schließfach wiederzufinden. Der Schlüssel passte und ich öffnete das Fach. Drinnen lag ein nur Paar roter Strümpfe.

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