Geschrieben von: Peter Hellinger Donnerstag, den 04. Januar 2007 um 15:23 Uhr
Ritter Eppelein von Gailingen
Als im Mittelalter die Kreuzzüge aufhörten und die Macht des deutschen Kaisers immer mehr schwand, wurde der Ritterstand überflüssig. Die Ritter saßen nunmehr auf ihren Burgen und lebten von den Abgaben ihrer Bauern. Bald verarmten sie aber immer mehr. Auf die immer reicher werdenden Städter und Kaufleute hatten sie großen Zorn, denn in ihnen erblickten sie die Ursache ihrer Armut. Da auch der Kaiser nichts mehr für sie tat, überfielen sie bald die Kaufmannszüge und wurden so zu Raubrittern.
Der berüchtigste von ihnen war Ritter Eppelein von Gailingen. Er stammte aus der Windsheimer Bucht, hatte mehrere Lehen und bewohnte zusammen mit zwei anderen Familien die Feste Wald bei Gunzenhausen. 1369 wurde er durch das Landgericht Nürnberg unter dem Burggrafen Friedrich von Hohenzollern geächtet, wurde später in einer Fehde seiner Dienstherren mit dem Nürnberger Burggrafen (die Burggrafen waren bekannt für ihre Streitsucht, aber das ist eine Geschichte die ich ein andermal erzählen will) zum Bauernopfer und stand vor dem Nichts.
Nach sechs Jahren erfolgreicher Raubzüge gegen Nürnberger Kaufleute, die Eppelein und seine Gefolgschaft bis ins Böhmische führten und bei der bis zu 17 weitere Ritter mit ihren Knechten unter seiner Führung beisammen waren, wurde er zusammen mit seinen Neffen Hermann und Dietrich Bernheimer und vier Knechten gefangen und im Mai 1381 in Neumarkt in der Oberpfalz gerädert.
Geschichten gibt es viele über ihn, ob sie alle wahr sind - wer kann das schon sagen? In Verkleidung stahl er den Nürnbergern einmal ein goldenes Vogelhaus mitten aus der Stadt, ein andermal soll er eine reiche Patrizierbraut an ihrer Hochzeit überfallen und doch nur einen Kuss geraubt haben. Am bekanntesten ist jedoch die Sage vom "Eppleinsprung":
Die Nürnberger hatten den Ritter gefangen und dem Burggrafen zur Hinrichtung übergeben. Nach der Tradition wurde er nach seinem letzten Wunsch gefragt: Im Burghof beim Fünfeckigem Turm auf seinem Pferde sitzen, das wollte der Ritter gerne noch einmal vor seinem Tode.
Hinter den Mauern der Burg lag ein tiefer Graben, und so gewährte man ihm den Wunsch. An allen Toren wachten unzählige Soldaten. Eppelein ließ das Pferd langsam tänzeln, blickte die Reihe der Wachen entlang und richtete dann seine Augen zur Burgmauer. Dort standen keine Wachen.
Die Mauer gab den Blick frei auf das Land hinter dem Graben, in den der Burgfels steil hinabfiel. Weiße Wolken schwebten über den Wäldern und Wiesen in der Ferne. Die Freiheit.
Da gab Eppelein dem Pferd die Sporen, der Gaul bäumte sich auf, schoß auf die Mauer zu - und stieß sich mit seinen Hufen von der Brüstung ab. Reiter und Pferd flogen über den Graben und setzten sanft auf dem Boden der gegenüberliegenden Seite auf. "Die Nürnberger hängen keinen - es sei denn sie hätten ihn!" rief der Ritter zu den an die Brüstung geilten Wachen, lachte laut und verschwand in den Wäldern.
Die Spuren der Hufe von Eppeleins Pferd sind so tief in den Sandstein der Brüstung eingegraben, das man sie heute noch sehen kann, auch wenn sie durch viele Touristen schon sehr abgegriffen sind. Und bis zum heutigen Tag witzelt man in ganz Deutschland über die Nürnberger, die keinen hängen - es sei denn, sie hätten ihn.
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You may feel disappointed somehow, as most of my pages are written in German. And it’s true, they should be understandable to much more people than they are now. Well, the truth is, I would provide two versions if I had the time to maintain both of them…