
Werkstatt „Von der Lust zu schreiben“, 29.02. bis 02.03.08. Wir sollten einen Text schreiben, der sich in persönlicher Rede an einen Gegenstand wendet, und er sollte von Liebe oder Hass handeln. Nach Möglichkeit sollte der Text nicht den Gegenstand benennen, die Teilnehmer sollten von selbst draufkommen. Ich habe eine Liebeserklärung und weil noch etwas Zeit war, einen kleinen Hass-Text geschrieben. Hier ist erstmal die Liebeserklärung.
Was wäre ich ohne euch! Obwohl ich zugeben muss, das ihr mich schon das eine oder andere mal nervt. Besonders Abends, wenn das Licht dämmerig wird und ich schon lange auf den Beinen bin, dann sperrt ich euch ganz gerne mal.
Aber eigentlich meint ihr das nicht böse, ihr lasst mich nur auf eure Art wissen, dass es jetzt reicht, und dass ich besser nicht mehr auf den Monitor schaue. Und ich weiß auch, dass ihr das, was dann kommt, besonders mögt, weil ich euch dann meine ganze Aufmerksamkeit schenke, euch ganz vorsichtig behandle, bade und euch in euren Swimmingpool zur Ruhe bette.
Ja, sicher nicht jeden Abend, der Einwand ist berechtigt. Aber dafür seid ihr ja schließlich konstruiert. Am nächsten Morgen sorgt ihr dann wieder in eurer gewohnt unauffälligen Art für den rechten Durchblick, schärft meinen Blick aufs Wesentliche und sorgt dafür, das ich nicht blindlings vor das nächste Auto renne.
Aber das Beste ist, dass ich dank euch ohne jedes Hindernis in die Welt schaue, und nun Dinge sehe, die mir die Brille nie gezeigt hat.
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